Adrenalin – Wenn der Körper Alarm auslöst

Die Wirkung von Adrenalin bzw. Epinephrin kennt jeder. Denn es wird dann ausgeschüttet, wenn man unter besonderer Anspannung steht. Da es sich beim Adrenalin um ein Hormon handelt, wird es auch Stresshormon genannt. Doch was geschieht im Körper eigentlich genau, wenn plötzlich und unerwartet Stresssituationen auftreten und was ist die Funktionsweise des Adrenalins?

Die Wirkungsweise des Adrenalins

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Das Hormon Adrenalin wird in Stresssituationen
ins Blut ausgeschüttet
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Die Bildung des Adrenalins erfolgt in der Nebenniere. Von dort aus gelangt das Hormon in den Blutkreislauf. Es dient der schnellen Aktivierung von Energiereserven. Gerade für die frühen Vorfahren des heutigen Menschen war diese Funktion von entscheidender Wichtigkeit, weil nicht nur der Körper mehr Energie zur Abwehr von Angriffen oder für die Flucht hatte, sondern auch das Hirn durch die zusätzliche Ausschüttung von Noradrenalin deutlich wacher und aktiver war. Doch auch heute hilft dieses dabei, Krisensituationen besser zu meistern, da es unmittelbar wirkt. Wenn etwa im Straßenverkehr etwas Unerwartetes geschieht und zur Gefahr werden könnte, verbessert die Ausschüttung des Adrenalins nicht zuletzt auch die eigenen Reflexe. All dies wird erreicht, weil die Adrenalinausschüttung zu einer erhöhten Frequenz des Herzschlags führt. Gleichzeitig werden durch das Hormon die Bronchien erweitert und der Blutzuckerspiegel erhöht. Der Körper wird also in praktisch jeder Hinsicht in „Alarmzustand“ versetzt. Gleichzeitig kommt es durch die Ausschüttung des Adrenalins dazu, dass alle nicht unmittelbar benötigten „Energiefresser“ im Körper abgeschaltet werden. Das Adrenalin bewirkt dabei unter anderem, dass die Darmtätigkeit im Körper zum Stillstand kommt. Außerdem werden Haut und Extremitäten in geringerem Maße mit Blut versorgt. Hierdurch kommt es zur in Stresssituationen typischen Gänsehaut und kalten Händen.

Künstliches Adrenalin in der Medizin

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Vorsicht! Adrenalin kann süchtig machen
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Die Funktion des Adrenalins ist in besonderer Weise für die Medizin von Interesse. Vor allem wenn es um die Reanimation von Patienten geht, spielt künstliches Adrenalin eine wichtige Rolle. Vor allem bei einem Kreislaufschock, wenn es um die Herz-Lungen-Wiederbelebung geht, wird Adrenalin intravenös verabreicht. Hierbei wird das Hormon in der Regel im Verhältnis eins zu zehn in einer 0,9 prozentigen Natriumchloridlösung verdünnt. In seiner künstlichen Form wird dieses Hormon häufig nicht mit der lateinischen sondern mit dem aus dem Alt-Griechischen stammenden Begriff Ephinephrin bezeichnet.Ein weiterer interessanter Aspekt des Adrenalins ist, dass es vereinzelt süchtig machen kann. Vielen Bungee- und Fallschirmspringen, Downhill-Fahrern und anderen Extremsportlern geht es bei der Ausübung ihres Sports vor allem um den berühmt-berüchtigten Adrenalinkick. Da dieser Zustand, wie alle Rauschzustände, mit der Häufigkeit an Intensität verliert, werden durch die Betroffenen oft immer gewagtere Versuche gestartet. Unabhängig davon, ob die künstliche Erhöhung des Adrenalinspiegels durch Verabreichung per Spritze oder das bewusste Eingehen von Risiken geschieht, ist in jedem Fall Vorsicht angesagt. Denn zu den möglichen Nebenwirkungen dieses Hormons gehören neben Kopfschmerzen und Übelkeit auch Herzprobleme bis hin zum Herstillstand.

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