Die Brennnessel und ihre Wirkung 

Wer kannte es nicht? Wie oft kam man als Kind vom Spielen in den Wiesen und Wäldern zurück – der ganze Körper mit schmerzenden, geröteten Stellen übersät. Der Übeltäter: Die Brennnessel. Lange wurde sie verschmäht, heutzutage wird sie als regionales Superfood gehandelt. Denn nahezu alle Teile der Pflanze können vom Menschen verwertet werden. Das Kraut genießt also ganz zu Unrecht einen schlechten Ruf und ist wahrlich ein alter Hase unter den Heilpflanzen.

Die Brennnessel aus Botanischer Sicht 

Die Gattung der Brennnesseln umfasst ungefähr 45 verschiedene Arten und ist weltweit in den gemäßigten Klimazonen verbreitet. Sie gehören zur Familie der Nesselgewächse (Urticaceae). Man unterscheidet zwei Arten, die am meisten in Europa verbreitet sind: Die kleine Brennnessel (Urtica urens) wächst bis zu 50 Centimeter hoch und die große Brennnessel (Urtica dioica) bringt es auf nahrhaftem Boden auf gut 1,5 bis 2,5 Meter. Beide werden auch zu medizinischen Zwecken gebraucht.

Die Brennessel hat viele positive Wirkungen
Die Brennessel hat viele positive Wirkungen

Eigenschaften der Brennnessel 

Die kleine Brennnessel ist eine einjährige, krautige Pflanze, die dafür aber viel stärker als die große Brennnessel brennt. Die Brennnessel fühlt sich an Wegrändern, Wiesen oder am Waldrand wohl und breitet sich dort sehr schnell aus. Sie wächst gerne auf stickstoffreichen Böden und dort auch fast überall. Zudem verbessert sie die Bodenflora und -fauna, denn an ihr kann man ablesen, wie die Bodenverhältnisse sind. Die Brennnessel ist daher eine Zeiger-Pflanze. Doch wie breitet sie sich so schnell aus? Sie bildet unter der Erde Rhizome und webt ein Netz an Seitensprossen, an denen Knötchen wachsen. An den Knötchen bilden sich dann Stängel, die in die Höhe wachsen. Zu ihnen gesellen sich die Brennhaare, Borsten und Blätter. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, darum gilt die Brennnessel auch als zweihäusige, getrenntgeschlechtliche Pflanze.

Die Saison beginnt für die Brennnessel ungefähr im April und die Blütezeit dauert bis August oder September an. Die Blüten sind grün-weißlich oder gelblich und bilden nach der Fruchtreife kleine ovale Nussfrüchte, auch Samen genannt. Auch diese können verwendet werden. In dieser Zeit können die Blätter geerntet werden. Die Erntezeit für die drei bis vier-jährigen Brennnesselwurzel ist im Frühjahr oder Herbst.

Nicht zu vergessen ist die wohl bekannteste, undankbarste Eigenschaft der Brennnessel: Bei der Berührung der Pflanze wird eine brennende und juckende Hautreizung durch die Borsten- und Brennhaare ausgelöst. Diese tragen Inhaltsstoffe wie Kieselsäure, Histamin und Ameisensäure in sich. Es bilden sich die sogenannten Quaddeln – Erhöhungen und Rötungen – auf der Haut, die für einige Zeit schmerzen.

Uraltes Wundermittel und Nährstoffbombe: Die Brennnessel! 

Die Brennnessel kann sehr wohl auch mit vielen wertvollen Eigenschaften punkten. Beliebt war sie in allen Lebensbereichen: Angefangen von der Medizin bis hin zu Nahrung und Kleidungsstoff. Wussten Sie, wie nährstoffreich die Heilpflanze ist?

Die Brennnessel: Beliebt seit dem Altertum 

Der 1a Eisenlieferant Brennnessel wurde bereits in der Antike für medizinische Zwecke als Heilmittel eingesetzt und war auch generell gesehen ein praktisches Allroundtalent für die Menschen. Viele Jahrhunderte war die Brennnessel Grundnahrungsmittel, da sie drei Mal mehr Eisen als Spinat und sieben Mal mehr Vitamin C als Orangen besitzt. Zubereitet und gegessen wurde sie ähnlich wie Spinat oder Salat. Sie galt als Bakterienbremse und wurde zur traditionellen Heilpflanze: Mönche verarbeiteten sie zu Tinkturen, Medizin und Heiltees, da Brennnesseln Wirkstoffe enthalten, die Bakterien hemmen. Frische Pflanzen wurden auch in Form von Auspeitschungen als Reiztherapie bei chronischen Erkrankungen angewendet. Zudem nutzte man die Brennnessel früher auch als Textilpflanze: Mit Brennnesselfasern stellte man Seile, Fischernetze und Bekleidung her – oftmals verarbeitete man sie anstelle von Leinen, da Brennnesseln überall wuchsen und daher günstiger waren.

Früher wie heute werden Blätter, Wurzeln und Samen (auch Früchte genannt) für medizinische Zwecke verwendet. Außerdem kann man die Brennnessel auch gut als Dünger für den Garten nutzen. Mit der sogenannten Brennnesseljauche lassen sich nämlich Pflanzenschädlinge wie Blattläuse vertreiben.

Starkes Immunsystem dank der Brennnessel 

Als Nährstoffbombe kann die Brennnessel deswegen bezeichnet werden, weil sie nicht nur entgiftet, sondern man durch sie auch viele Nährstoffe aufnimmt. Darunter sind zum Beispiel Eisen, Vitamin C, B und K, Carotin, Kalium, Kalzium, Kieselsäure und Magnesium. Außerdem enthält sie viel Eiweiß. Die Brennnessel stärkt das Immunsystem nachhaltig und regt den Stoffwechsel an. Wenn Sie eine Entgiftungskur machen wollen, sollten Sie das am besten im Frühjahr machen. Dann hilft die frische Brennnessel am besten bei der Entschlackung. Denn Brennnesselblätter enthalten viele Mineralien wie Kalium und Eisen und wirken entgiftend. Weitere für die gesundheitliche Wirkung wichtige Inhaltsstoffe sind Flavonoide und Botenstoffe wie Acetylcholin und Histamin. Und auch die Brennnesselfrüchte, häufig auch Samen genannt, beinhalten ein Öl, das einen hohen Anteil an Vitamin E, Carotinoiden sowie Linolsäure hat.

Die Wirkung der Brennnessel 

Das Wirkungsspektrum der Brennnessel ist sehr groß. Im Zusammenspiel hat die Brennnessel eine harntreibende, wassertreibende, blutreinigende, entzündungshemmende, schmerzstillende und stoffwechselanregende Wirkung. Außerdem wirkt sie antibakteriell und entwässernd. Auf der Website heilkraeuter.de erhalten Sie mehr Informationen zu den gesundheitsfördernden Eigenschaften der Brennnessel.

Innerliche und äußerliche Anwendung der Brennnessel 

Sie kann innerlich und äußerlich angewendet und auf verschiedene Art und Weise zubereitet werden. Zur äußerlichen Anwendung benutzt man Haarwasser oder Brennnessel-Öl aus Blättern, um die Durchblutung anzuregen, die Kopfhaut und Haare zu pflegen und Haarausfall vorzubeugen. Zur innerlichen Anwendung nimmt man beispielsweise den frischen Brennnessel-Saft, Brennnesseltee in Form von getrockneten Blättern oder die Samen beziehungsweise Früchte. Auch fertige Brennnesselpräparate in Form von Kapseln oder Tabletten finden inzwischen großen Anklang. Mehr Informationen zu den Vorteilen von Brennnesselkapseln gibt es zum Beispiel hier.

Wohltuender und gesunder Brennnessel-Tee
Brennnessel-Tee

Gemeinhin ist bekannt, dass die Blätter und Wurzel der Brennnessel auch Rheuma und Prostata-Beschwerden und deren Symptome lindern. Aufgrund ihrer Wirkung sind die Hauptanwendungsgebiete der Brennnessel also entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege, rheumatische Beschwerden und Beschwerden beim Wasserlassen durch eine Prostatavergrößerung.  Außerdem wird sie als vorbeugende Maßnahme bei Nieren-Beschwerden genutzt. Neben den Blättern und Wurzeln wird auch der Brennnesselsaft zur Behandlung genutzt. Angeblich reguliert er den Blutdruck und behebt eine mangelnde Mineralienversorgung. Für den Saft werden normalerweise relativ junge, saftige Blätter geerntet. Sind sie zu alt, wird der Saft schnell bitter. Den Saft wie auch getrocknete Blätter oder Wurzeln bekommen Sie in der Apotheke sowie im Reformhaus – oder Sie ernten sie ganz einfach selbst.

Halten wir also fest: Trotz ihrer schmerzhaften Eigenschaften ist die Brennnessel an sich gut für die Gesundheit. Die Geheimwaffe hilft auch heutzutage bei der Linderung von allerlei Beschwerden und kann vielfältig eingesetzt werden. Sie möchten mehr über gesunde Kräuter erfahren? Dann lesen Sie unter anderem unsere Beiträge zur Pfefferminze, Koriander oder Basilikum.