Essbare Blüten: Schön und schmackhaft

Zart und schmackhaft verzaubern „Hollerküchlein“ seit Jahrhunderten jede sommerliche Kaffeetafel. Dabei nehmen die in Teig ausgebackenen Holunder-Dolden das vorweg, was Food Trends im 21. Jahrhundert immer mal wieder auf den Tisch bringen: Essbare Blüten. Frisch gepflückt und fein gezupft verfeinern sie je nach Blütenart süße oder salzige Speisen. Auf Grillabenden geben essbare Blüten Salaten öfter als hübsche und leckere Dekoration den gewissen Pfiff, aber haben Sie schon einmal von Ringelbutter, Gänseblümchenquark oder Kornblumenzucker gehört?

Essbare Blüten
Mit den Blütenblättern der Ringelblumen lassen sich Soßen goldgelb färben. (©istockphoto.com_HansJoachim)

Leckere Blüten aus dem Garten

Essbare Blüten gibt es viele. Einige sind geläufiger als andere. Aus der asiatischen Küche kennen wir zum Beispiel die exquisite Verwendung von Jasmin und aus der orientalischen Küche köstliche Zubereitungen mit Rose. Während frischer Jasmin hierzulande eher schwierig zu finden sein wird, bereichern Rosen viele Gärten mit ihrer schönen – und essbaren! – Blütenpracht. Es muss aber nicht immer die „Königin der Blumen“ sein. Auch andere Blumen aus europäischen Gärten sind essbar. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Begonienblüten
  • Borretschblüten
  • Chrysanthemen
  • Dahlien
  • Gänseblümchen
  • Herbstaster
  • Kapuzinerkresse
  • Kornblumen
  • Löwenzahn
  • Lavendel
  • Malven
  • Ringelblume
  • Schlüsselblumen
  • Stiefmütterchen
  • Veilchen

Aber Vorsicht! Wenn Sie Ihre Küche mit Blüten bereichern möchte, sollten Sie es so halten wie mit selbst gesammelten Pilzen: Verwerten Sie nur Blüten, die Sie eindeutig als ungiftig bzw. essbar bestimmen können. Die hübsche Herbstzeitlose oder der strahlende Goldregen gehören zum Beispiel zu den giftigen Pflanzen. Hier finden Sie eine Übersicht. Sind Sie sich nicht sicher, mit was für einer Blume oder Blüte Sie es zu tun haben, gehört sie definitiv nicht in Salat oder Kochtopf, sondern in die Vase!

Kochen mit essbaren Blüten

Bei Zubereitungen sollte Sie zudem nur ungespritzte Pflanzen verwenden. Von Blumen aus dem Gartencenter oder aus dem Blumenladen sollten Sie daher Abstand nehmen. Pflanzen Sie lieber entsprechende Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon an. Samenmischungen für essbare Blüten erhalten Sie im Fachhandel oder Drogerien. Sollten Sie im Feld oder auf der Wiese Blumen pflücken gehen wollen, wählen Sie möglichst Orte weitab von Straßenverkehr aus. Blumen aus Garten oder vom Balkon sollten natürlich auch möglichst schadstofffrei sein.

Pflücken Sie die Blumen möglichst vor der Mittagshitze und zupfen Sie die Blüten erst kurz vor der Verwendung. Blüten werden schnell welk und verlieren ihre schöne Farbe und ihr würziges Aroma.

Hier sind drei Rezepte für’s Auge und den experimentierfreudigen Gaumen:

Rezepte mit essbaren Blüten

Ringelblumenbutter

Zutaten

250 g Butter

4 Ringelblumen

Kardamom (gemahlen)

1 Tl Zitronensaft

Salz

Zubereitung

Lassen Sie die Butter weich werden. Zupfen Sie die Blütenblätter ab und zerschneiden Sie sie grob. Mischen Sie die Blütenblätter, den Kardamom und den Zitronensaft unter die Butter. Schmecken Sie mit Salz ab. Formen Sie aus der Masse eine Rolle. Wickeln Sie die Rolle in Backpapier ein und lassen Sie sie im Kühlschrank erkalten. Servieren Sie die goldgelbe Köstlichkeit zum Beispiel zu frisch gebackenem Brot.

Gänseblümchenquark mit Wildplanzen

Kochen mit essbaren Blüten
Gänseblümchen sind nicht nur ein hübscher Anblick, sondern schmecken auch gut. (©istockphoto.com_Malykalexa)

Zutaten

500 g Speisequark

1 Schalotte

1 EL Olivenöl

30g Pastinaken- oder Brennnesselblätter

30g Gänseblümchenblätter

1 Sauerampferblatt

10 Gänseblümchen

Zubereitung

Schneiden Sie die Schalotte in feine Scheiben und vermischen Sie sie mit dem Quark und dem Öl. Entfernen Sie die Blätter von den Blattstielen, hacken Sie die Blätter fein und mischen Sie sie unter den Quark. Dekorieren Sie den Quark mit den Gänseblümchen. Genießen Sie den nussigen Geschmack der hübschen Blümchen!

Kornblumenzucker

Zutaten

100 g Kornblumen (nur die blauen Blätter)

100 g Rohrzucker fein

Zubereitung

Mahlen Sie die frisch gezupften und trockenen Blütenblätter mit dem Rohrzucker im Mixer so lange, bis die etwas feuchte Masse schön blau ist. Breiten Sie die Masse grob auf einem Papier-Küchentuch aus und streichen Sie sie grob glatt. Lassen Sie sie an einem dunklen, gut gelüfteten Ort austrocknen. Sieben Sie anschließend den Zucker und füllen Sie ihn in ein steriles Gläschen. Bewahren Sie das Glas an einem dunklen Ort auf, damit das Blau seine Intensität behält.

Guten Appetit!