Geschwollene Augenlider – Ursachen, Therapie, Selbsthilfetipps

Merkt man, dass geschwollene Augenlider zu einem ständigen Begleiter geworden sind, sollte man den Besuch zum Augenarzt nicht hinauszögern. Es könnte sich dabei um das sogenannte Syndrom des trockenen Auges handeln, eine Augenerkrankung, von der in Deutschland sehr viele Menschen betroffen sind. Bei einer dauerhaften Entzündung der Augenlidränder sind die Lidranddrüsen für Bakterien besonders anfällig, so dass dadurch andere Augenkrankheiten wie z.B. das Gerstenkorn oder das Hagelkorn entstehen können. Geschwollene Augenlider sind jedoch nicht die einzigen Beschwerden, die auf das Syndrom des trockenen Auges hinweisen.

Geschwollene Augenlider
Müde, gereizte Augen
und geschwollene Augenlider
begleiten oft Büromitarbeiter
©iStock/STUDIO GRAND OUEST

Klassische Symptome des trockenen Auges

  • Müde Augen, die man gerne schließen möchte
  • Gerötete, geschwollene Augenlider
  • Augen tränen in geheizten und klimatisierten Räumen, bei kaltem Wind und Rauch
  • Ein Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl
  • Häufiges Druckgefühl
  • Verschwommen sehen
  • Erhöhte Blendungs-und Lichtempfindlichkeit
  • Schmerzen, Stechen, Brennen und Jucken
  • Diskomfort beim Tragen von Kontaktlinsen oder auch Kontaktlinsenunverträglichkeit

Was sind die Auslöser für geschwollene Augenlider?

Die Ursachen für geschwollene Augenlider sind so vielfältig, dass es oft nicht einfach ist, den wahren Auslöser schnell und eindeutig zu identifizieren. Für geschwollene Augenlider kann beispielsweise eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen saisonbedingte Pollen, Milben und Staub verantwortlich sein. Aber auch bestimmte Medikamente, Tragen von Kontaktlinsen und Makeup können allergische Reaktionen im Bereich der Augenpartie hervorrufen. Um eine Allergie auszuschließen, sollte man einen Hautarzt aufsuchen und Haut auf mögliche Allergene testen lassen. Das Risiko am trockenen Auge zu erkranken ist vor allem bei denjenigen hoch, die eine Augenoperation zur Korrektur optischer Fehlsichtigkeit hinter sich haben. Dabei können die ersten Beschwerden nicht unbedingt direkt nach dem chirurgischen Eingriff auftreten, sondern im Verlauf der Jahre. Verantwortlich dafür sind die geschädigten Nerven, die eine Tränenfilmstörung verursachen. Mehr dazu erfahren Sie hier. Die Tränenfilmstörung kann außerdem durch hormonelle Schwankungen in den Wechseljahren und während der Schwangerschaft verursacht werden. Auch regelmäßiger Alkoholkonsum sowie Mangel an lebenswichtigen Stoffen, wie z.B. Omega-3 Fettsäuren, können den Zustand des Tränenfilms beeinträchtigen. Auch ein konzentrierter Blick auf den Computerbildschirm ist mit einer starken Belastung für die Augen verbunden, weil in diesem Fall kein regelmäßiger Lidschlag gewährleistet werden kann, der das Auge ausreichend befeuchtet. Die durchschnittliche Blinzelfrequenz reduziert sich bei solcher Anstrengung von 22 Lidschlägen auf sieben, was die Austrocknung der Augenoberfläche zur Folge hat. Die bestimmten Augen-und Allgemeinerkrankungen, wie z.B. Diabetes oder Rosacea, können als Begleiterscheinung auftreten.

Geschwollene Augenlider: wie kommt es dazu?

Eines unserer Organe ist die Tränendrüse, die für die Produktion der Tränenflüssigkeit verantwortlich ist. Die Tränenflüssigkeit ist ihrerseits für viele wichtige Aufgaben zuständig. Sie spült Fremdkörper aus dem Auge, schützt es vor Infektionen, der Vermehrung von Bakterien, sorgt dafür, dass das Augenlid reibungslos über die Augenobefläche gleitet und, dass die oberen Schichten der Hornhaut ungehindert mit Sauerstoff versorgt werden. Die Tränenflüssigkeit besteht zum Teil aus einem sehr dünnen Tränenfilm, der dreischichtig aufgebaut ist. Die innere Schicht des Tränenfilms bildet eine Schleimschicht, die sich direkt auf der Horchhaut befindet. Nach der Schleimschicht kommt die mittlere wässrige Schicht (besteht zu 98% aus Wasser) und drüber liegt eine fettige Lipidschicht, die das Verdunsten der wässrigen Schicht verhindert. Häufig kommt es zu Störungen in den beiden letzten Schichten, die zu einer Veränderung der Zusammensetzung des Tränenfilms führen und somit die Funktionalität der Tränendrüse beeinträchtigen. Genau an der Stelle, wo die Hornhaut in das Augenlid übergeht, kommt es dann zu sichtbaren Schwellungen.

Diagnostik und Therapie des trockenen Auges

Nur der Augenarzt kann die genaue Ursache der geschwollenen Augenlider feststellen. Mit einem Spaltlampenmikroskop kann er bestimmen, wie viel Zeit zwischen einem Lidschlag und dem Aufreißen des Tränenfilms über dem Augapfel vergeht. Mithilfe des Schirmer-Tests kann der Arzt die Zusammensetzung des Tränenfilms sowie die Leistung der Tränendrüsen untersuchen. Außerdem kann er die Lidschlagfrequenz messen und den Zustand der Lidränder unter die Lupe nehmen. Wird eine Störung in der Lipidschicht festgestellt, handelt es sich um eine leichte Form des trockenen Auges. Durch den systematischen Einsatz von Lidhygiene und Tränenersatzmittel, ist dieses Stadium der Erkrankung leicht zu behandeln.

  • Tränenersatzmittel oder „künstliche Tränen“

  • Die „künstlichen Tränen“ bilden auf der Augenoberfläche eine Schutzschicht, die die Hornhaut mit Feuchtigkeit versorgt und Austrocknung des Auges verhindert. Die Tränenersatzmittel, in wiederverschließbaren Dosen, die über einen längeren Zeitraum verwendbar sind, enthalten häufig Konservierungsstoffe. Auf einer Seite dienen die Konservierungsstoffe als Abwehr gegen Bakterien in den Augentropfen, auf der anderen Seite können sie Allergien auslösen. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte sich für Einzeldosis-Augentropfen entscheiden.
    Neben der Verwendung von „künstlichen Tränen“ ist eine richtige Lidrandpflege, mit abschließender Lidmassage, für den Erfolg im Kampf gegen geschwollenen Augenlider sehr wichtig.

  • Lidhygiene: Lidrandpflege und Lidmassage

  • An den Lidkanten befinden sich die sogenannten Meibomdrüsen, die ein öliges Sekret produzieren. Dieses Sekret ist für die Stabilität des Tränenfilms mitverantwortlich. Durch die Störung in den Meibomdrüsen kann das flüssige, fetthaltige Sekret dicker werden und somit die Drüsen verstopfen. Durch warme Umschläge, bzw. Wärmemasken, wird das Sekret wieder flüssiger. Mit einer sanften Lidmassage gelingt es, das flüssige Sekret aus den Liddrüsen zu drängen. Neben den manuellen Methoden zur Expression des Meibom-Sekrets, gibt es auch mechanische und automatisierte Alternativen.

Kann man das trockene Auge heilen?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Feststeht aber, dass eine rechtzeitige medizinische Untersuchung und die darauffolgende Behandlung die Krankheitssymptome lindern und den Alltag des Betroffenen erheblich erleichtern kann. Unbehandelt, kann das trocke Auge zu schweren Augenkrankheiten führen. Im schlimmsten Fall, riskiert der Betroffene zu erblinden.
Neben einer medizinischen Behandlung können auch folgende Selbsthilfetipps dabei helfen, die Augenerkrankung im Griff zu behalten.

Tipps zur Selbsthilfe

  • Im Büro und in der Wohnung regelmäßig lüften, Grünflanzen zur Verbesserung des Mikroklimas aufstellen
  • Zigarettenrauch aus dem Weg gehen, auf Alkohol verzichten
  • Zugluft und überheizte Räume vermeiden
  • Ausreichend Wasser trinken
  • Auf gesunde vitaminreiche Ernährung achten, regelmäßiger Komsum von Omega-3 Fettsäuren
  • Ausreichend schlafen
  • Den Augen Pausen gönnen, besonders bei der Bildschirmarbeit möglichst oft blinzeln
  • Sich beim Schminken etwas zurückhalten oder reizarme Kosmetikprodukte benutzen
  • Konsequente Lidrandpflege mit speziellen Präparaten
Share on Facebook0Pin on Pinterest0Tweet about this on TwitterGoogle+0Email to someone

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.