Fettige Haare – Wie Hausmittel helfen können

Fettige Haare sind der Horror einer jeden Frau. Symbolisieren sie doch Ungepflegtheit und mangelnde Hygiene. Doch fettige Haare sind viel mehr ein kosmetisches Problem, das im Extremfall zur psychischen Belastung werden kann. Die Lebensfreude und das Selbstbewusstsein leiden unter diesem äußerlichen Bild.

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Fettige Haare belasten das Selbstbewusstsein
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Fettige Haare können eine echte Belastung sein: Gerade erst gewaschen und schon hängen die Haare wieder am Kopf herunter, sehen fettig und einfach ungepflegt aus. Die Gründe für fettige Haare können vielfältig sein. Neben einer erblichen Veranlagung spielen vor allem Stress, hormonelle Veränderungen durch Pubertät oder Schwangerschaft, ungesundes Essen, bestimmte Medikamente oder unsachgemäße Pflege eine Rolle.

Auch wenn die Ursachen unterschiedlicher Natur sein können und nicht immer klar zu sagen ist, was der Auslöser für dieses Problem ist, so ist es jedoch kein Makel, das man einfach so hinnehmen muss. Mit Hilfe einiger Hausmittel kann eine Verbesserung der Situation oder sogar das Ende dieses lästigen Problems erzielt werden.

Wie und wodurch entstehen fettige Haare?

Eine übermäßige Talgproduktion einer zu fettigen Kopfhaut verursacht, dass einige unter uns extrem fettige Haare bekommen. Die eigentliche Funktion des Talgs ist es, sowohl unsere Kopfhaut als auch die Haare vor Umwelteinflüssen zu schützen. Wird allerdings zu viel produziert, gelangt dieser Talg schnell von der Kopfhaut über den Haaransatz ins gesamte Haar und lässt es strähnig, glänzend und ungepflegt erscheinen.

Wie viel Talg die Drüsen abgeben, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine Überproduktion von Talg kann also verschiedene Ursachen haben. Besonders häufig tritt dies in der Pubertät auf oder bei hormonellen Umstellungen im Rahmen der Schwangerschaft. Zudem kann die starke der Talgproduktion auch genetische bedingt sein. Außerdem beeinflusst auch die Ernährung die Talgmenge, die die Drüsen absondern.

Normalerweise erneuert sich eine gesunde Kopfhaut etwa alle 28 Tage. Dann lösen sich die alten Zellen und neue werden gebildet. Beobachtungen zur Folge bilden fettige Haare die fettige Kopfhaut deutlich schneller nach, was meist zu einem öligen Film und sichtbaren Hautschuppen führt.

Ursache dieses Ungleichgewichts können Störungen in der Schweißproduktion und der bekannten Talgdrüsen der Haut sein. Aber auch zu starke Kopfhautmassagen, zu heißes Waschen und Föhnen sowie das häufige Tragen von Baseballkappen kann dazu anregen, übermäßig viel Talg zu produzieren, der sich als Fettfilm auf die Haare legt.

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Hausmittel gegen fettige Haare

Fettige Haare brauchen richtige Pflegeprodukte für die Reinigung. Natürlich bietet uns die Kosmetikindustrie eine breite Produktpalette für unser Problem an. Aber muss es immer gleich Chemie sein? Oftmals haben sich bei fettigen Haaren auch Hausmittel bewährt.

Shampoo mit Joghurt

    • 2 EL Naturjoghurt (bei längeren Haaren auch die doppelte Menge)
    • 1-3 TL Babyshampoo (bei längeren Haaren auch etwas mehr)

Zu einem milden Babyshampoo beigemischt verhindert Joghurt ein schnelles Nachfetten der Haare. Etwas länger als sonst einwirken lassen und anschließend mit lauwarmen oder kalten Wasser ausspülen.

Shampoo mit Backpulver

    • 1 TL Backpulver
    • 1-3 TL Babyshampoo

Vor dem Duschen eine kleine Menge Backpulver mit Babyshampoo vermischen und anschließend wie normales Shampoo verwenden. Dem fettigen Haaren wird das nicht gefallen!

Spülungen gegen fettiges Haar

    • Bier

Eine Flasche normales Bier als Spülung verwenden und es etwas länger einwirken lassen. Damit es zu keinen Unfällen mit der Glasflasche gibt, sollte man das Bier vorher in ein Plastikgefäß umfüllen. Lauwarm oder kalt ausspülen.

    • Lavendelspülung

30 Gramm Lavendel mit zwei Liter Wasser aufgekocht und nach etwa 4 Stunden über den frisch gewaschenen Kopf gießen. Lauwarm oder kalt ausspülen.

    • Spülungen aus Kamillen- oder Pfefferminztee

Tee ist bekanntlich gesund für den ganzen Körper. Spezielle Sorten eignen sich Ideal für die äußerliche Anwendung. Frische Kamillenblüten oder frische Minzeblätter mit kochendem Wasser aufgießen, mindestens 10 Minuten ziehen lass und erst nach dem Abkühlen verwenden. Kamille beruhigt die strapazierte Kopfhaut, Minze verzögert das erneute Einfetten.

    • Spülung mit Essig- oder Zitronenwasser

Achtung: Nur wenn keine allzu empfindliche Kopfhaut vorliegt! Dazu drei Esslöffel Essig beziehungsweise Zitronensaft in eine Tasse mit lauwarmem Wasser geben. Nach dem Waschen die Spülung leicht ins Haar einmassiert und anschließend ausspülen. Lieber erst einmal mit sehr wenig Essig ausprobieren und sich dann vortasten.

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Selbstgemachte Kuren gegen fettige Haare
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Kuren gegen fettiges Haar

    • 2 Eigelb
    • 1 EL Weinbrand

Eine Mischung von zwei Eigelb und etwas Weinbrand eignet sich ideal als Kur. Ins Haar einmassiert und nach einer Einwirkungszeit von 20 Minuten sorgfältig ausspülen. Das Ei gibt dem Haar Vitalität zurück, der Weinbrand entzieht dem Haar das Fett.

    • Heilerde

Einmal wöchentlich ist Heilerde als Haarkur zu empfehlen. Dazu drei bis vier Esslöffel Heilerdepulver mit lauwarmem Wasser zu einem geschmeidigen Brei anrühren und auf das feuchte, noch nicht gewaschene Haar aufgetragen, leicht einmassieren. So erreicht sie die Kopfhaut, auf die sie entfettend und beruhigend wirkt. Nach zehn Minuten sollte sie mit reichlich lauwarmem Wasser und wenig (Baby-) Shampoo ausgespült werden.

    • 1 Eigelb
    • 1 TL Walnussöl
    • 1 Spritzer Zitrone

Die Mischung ins nasse Haar geben und 30 Minuten einwirken lassen. Das Haar anschließend mit mildem Shampoo und lauwarmen Wasser ausspülen.

Schild Tipps und Tricks gegen fettige Haare

Haarstyling bei fettigen Haaren

    • Föhnen

Von unten nach oben föhnen. Weniger ist mehr. Lieber lufttrocknen lassen oder nur kurz mit geringer Wärme föhnen.

    • Bürsten

Für fettige Haare ist ein langes und ausführliches Bürsten nicht zu empfehlen, wenn möglich, nur einen Kamm verwenden. Bürsten sollten aus Naturborsten bestehen (z.B. Wildschwein).

    • Haare färben oder tönen

Auf Farbe und Chemikalien sollten Sie verzichten, wenn Sie fettige Haare losweden möchten. Hat sich die Kopfhaut wieder erholt, könnten Sie natürliche Färbeverfahren wie Henna in Betracht ziehen.

    • Haare hochstecken

Auch wenn Sie kein Talent haben, kunstvolle Hochsteckfrisuren im Alltag zu zaubern, so wird Ihnen diese Frisur ganz sicher gelingen! Unter einem Haarreifen aus Gummi verzwirbeln Sie einfach Strähne nach Strähne nach hinten. So haben Sie die Haare aus dem Gesicht und sehen trotz fettiger Haare toll aus.

Wie oft soll man fettige Haare waschen?

Tägliches Haarewaschen ist erlaubt, bestätigte die Direktorin der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Zeit online gegenüber. Ihre Erklärung lesen Sie hier. Durch sanftes Massieren der Kopfhaut werden die Talgdrüsen jedes Mal ein bisschen ausgeleert. Die Kopfhaut fettet dann nicht so schnell wieder nach. Verzichten Sie auf heißes Wasser und spülen Sie Ihre Haare mit kaltem oder lauwarmen Wasser aus.

Sie können aber auch ausprobieren, die Haare an weniger Haarwäschen zu gewöhnen. Sie müssen dann 2-3 Tage auf das Waschen der Haare verzichten und diesen Rhytmus solange durchhalten, bis die Kopfhaut ihre Talgdrüsenüberproduktion eingestellt hat. Leider dürfen Sie in der Zeit keine Kopfbedeckung tragen. Frische Luft ist wichtig für die Kopfhaut!

Was hilft gegen fettige Haare ohne sie zu waschen?

    • Trockenshampoo

Trockenshampoo gibt es inzwischen wieder in allen Drogerien. Wichtig ist die richtige Anwendung: vorsichtshalber ein Handtuch über die Schulter legen und die Haare gut durchbürsten. Dann das Trockenshampoo kräftig durchschütteln und aus ca. 20 cm Entfernung auf das Haar sprühen. Sie können nur den Ansatz einsprühen, den Pony oder tieferliegende Haarpartien.

Lassen Sie das Pulver ein paar Minuten einwirken und massieren es anschließend mit den Fingern in das Haar ein. Zuletzt müssen Sie die Haare nur wieder mit einer Bürste von dem weißen Pulver befreien. Nehmen Sie am besten eine Bürste mit Naturborsten, denn die ist schonender zur Kopfhaut und Haar.

    • Babypuder

Genauso gut wie Trockenshampoo soll Babypuder funktionieren! Das Vorgehen ist dasselbe wie beim Trockenshampoo.

Wir hoffen, dass unter den Tipps und Hausmitteln etwas dabei ist, was Ihnen helfen wird! Falls Sie auch noch einen Geheimtipp aus der Naturkiste für uns haben, würden wir uns über eine Mitteilung freuen!

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