Kardamom: Königin der Gewürze

In den altindischen Veden und auf Tontafeln der babylonischen Zeit wird er bereits erwähnt – der Kardamom. Zu unterscheiden sind der Grüne Kardamom (Elettaria Cardamomum) und der Schwarze Kardamom (Amomum Subulatum). Der Grüne Kardamom stammt ursprünglich vom indischen Subkontinent. Heute wird er auch in Guatemala, Tansania, Madagaskar, Papa-Neuguineau und Vietnam angebaut. Der Schwarze Kardamom ist in China und dem Himalaya beheimatet und ist hierzulande weniger bekannt bzw. gebräuchlich als der Grüne Kardamom.

In Indien wird der Grüne Kardamom als Königin der Gewürze verehrt und vielfältig in der heimischen Küche eingesetzt. Hierzulande ist das Gewürz aus der Vorweihnachtszeit bekannt, gibt es doch Punsch oder Spekulatius einen besonders exquisiten Geschmack. Auch als Heilpflanze hat Kardamom klare Stärken. Lesen Sie hier, was die Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse auszeichnet, und lernen aromatische Gerichte kennen, die beides sind – schmackhaft und heilsam.

Exquisite Kapselfrüchte aus Indien

Mit Kardamom lecker das eigene Wohlbefinden steigern.
Mit Kardamom lassen sich wunderbare Getränke und Speisen zubereiten. (©istockphoto.com_Evgeniia)

Kardamom ist eine krautige Pflanze mit lanzettartigen, sattgrünen Laubblättern. Sie erreicht in der Regel Wuchshöhen von zwei bis drei Metern, kann sich aber auch bis zu fünf Metern in die Höhe strecken. Der Blütenstandschaft wächst aus einem Seitentrieb der Pflanze und kann bis zu 1,5 Meter hoch werden. Die hellgrünen, dreifächrigen Kapselfrüchte enthalten vier bis acht Samen. Kurz vor der Reife werden sie – ähnlich wie der Safran – mit der Hand gepflückt, damit die wertvollen Samen nicht verlorengehen. Für das Gewürz werden die ganzen Kapselfrüchte oder ausschließlich die Samen vermahlen. Die Samen sind sehr viel geschmacksintensiver als die Kapseln.

Kardamom können Sie auch als Zimmerpflanze halten. Sie werden das ganze Jahr über Freude an einer grünen Pflanze haben. Blühen wird die Pflanze allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Für schmackhafte Gerichte und Heilanwendungen müssen Sie also weiterhin auf Importware zurückgreifen!

TIPP: Wie beim Safran gibt es auch beim Kardamom, insbesondere bei den teureren vermahlenen Samen, viel gefälschte Ware. Achten Sie am besten darauf, was Ihnen angeboten wird. Beispielsweise können Sie im Online-Shop „Koro“ gemahlenenen Kardamom kaufen oder grüne Kardamomkapseln hier online.

Wirkung von Kardamom für das Wohlbefinden

Die Heilwirkung von Kardamom ist vielfältig überliefert. Sie ist dem in den Samen enthaltenen ätherischen Öl zuzuschreiben. Es besteht aus über 120 Verbindungen und wirkt sich positiv auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion aus. Außerdem werden ihm krampflösende, erkältungslindernde und stimmungsaufhellende Eigenschaften zugeschrieben. In der ayurvedischen Medizin und der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Kardamom dann auch gegen eine ganze Reihe von Beschwerden eingesetzt, darunter:

  • Verdauungsstörungen
  • Magenkrämpfe
  • Blähungen
  • Schmerz
  • Regelschmerzen
  • Klimakterium
  • Husten
  • Erkältung
  • Grippe
  • Asthma
  • Mundgeruch

Die Wirkung für die Mundhygiene ist vergleichsweise leicht nachvollziehbar: Kauen Sie einfach nach einem Essen mit viel Knoblauch eine Kardamomkapsel anstatt einen Kaugummi. Der intensive Geruch des Gewürzes sorgt sofort für frischen Atmen und Sie profitieren dazu noch von der verdauungsfördernden Wirkung!

Schmackhaft und gesund kochen

Kardamom ist ein aromatisches Gewürz.
Zermahlen Sie für einen Chai oder ein Curry die Kardamomkapseln in einem Mörser. (©istockphoto.com_olgakr)

In der arabischen Küche vermischt man das Kaffeemehl mit gemahlenem Kardamom und erhält so einen besonders aromatischen Kaffee. Mittlerweile ist auch der Masala Chai – der indische Gewürztee – in der europäischen Küche angekommen. Er lässt sich mit ganz unterschiedlichen Gewürzmischung zubereiten, aber Kardamom mit seinem süßlich-scharfen Geschmack ist in der Regel immer dabei. In indischen Masalas und Curry-Mischungen ist das Gewürz ebenfalls nicht wegzudenken.

Hier stellen wir Ihnen eine Chai-Zubereitung und einen leckeren Gewürzreis vor, die Ihren Gaumen und Ihr Wohlbefinden freuen werden.

Masala Chai

Zutaten

500 ml Wasser

500 ml Milch

1 gehäufter Esslöffel Schwarztee

2 EL brauner Rohrzucker oder Honig

1,5 cm Ingwer (gerieben)

1 Zimtstange

3 Kardamomkapseln

3 bis 5 Gewürznelken

1 kleines Stück Muskatblüte

 Zubereitung

Zerstoßen Sie alle Gewürze in einem Mörser und erhitzen die Gewürzmischung vorsichtig in einem Topf, bis der schöne Gewürzduft aufsteigt. (Vorsicht: Die Gewürze sollten auf keinen Fall verbrennen!) Gießen Sie dann das Wasser und die Milch an und kochen das Gemisch auf mittlerer Hitze, bis es sprudelt. Streuen Sie dann den Schwarztee ein. Süßen Sie mit Zucker – oder Honig – und lassen den Gewürztee noch einige Minuten ziehen. Gießen Sie den Chai durch ein Sieb ab und servieren ihn. Genießen Sie mit allen Sinnen!

TIPP: Wenn Sie möchten, können Sie der  Gewürzmischung drei bis fünf Pfefferkörner beimengen. Der Chai bekommt dann noch eine weitere scharfe Note.

Gewürzreis mit Kardamom

Zutaten

200 g Basmatireis

400 ml

Wasser

3TL Ghee (geklärte Butter)

5 Kardamomkapseln

1 Tl Fenchelsamen

2 Tl Koriandersamen

½ Tl Salz

Zubereitung

Zerstoßen Sie die Kardamomkapseln, die Fenchelsamen und die Koriandersamen im Mörser. Erhitzen Sie die geklärte Butter in einem Topf und rösten die Gewürze kurz an. Geben Sie den Reis dazu und rösten ihn ebenfalls an. Gießen Sie dann das Wasser an und lassen die Mischung aufkochen. Lassen Sie den Reis anschließend auf kleiner bis mittlerer Hitze 20 bis 25 Minuten ziehen. Guten Appetit!