Rosen als Medizin – Hagebutten steigern Abwehrkräfte

Rosen können nicht nur gut aussehen, sondern auch heilende Kräfte entfalten. Schon seit 2000 Jahren wissen die Menschen die Heilwirkung der Rosen zu schätzen: Sowohl ihre Blätter, als auch ihre Früchte, die Hagebutten, werden eingesetzt, um verschiedenste Beschwerden zu lindern. Egal ob Gelenkprobleme, Wundversorgung, Augenentzündungen oder Durchfall: Über die Jahre bewährten sich die Rosen als Allheilmittel.

Rosen können auf verschiedenste Arten eingesetzt werden

Auch wilde Rosen sind Schönheiten
Auch wilde Rosen sind Schönheiten!
©iStock/Valerie Loiseleux

Zu beachten ist: Nicht alle Rosen haben eine heilende Wirkung. Besonders die Essigrose (Rosa gallica) oder die hundertblättrige Rose (Rosa centifolia) entfalten heilende Kräfte, wenn man ihre Blätter zu einem Tee verarbeitet. Sie helfen vor allem gegen Entzündungsbeschwerden, denn die Rosenblätter enthalten mit Anthocyanen einen Stoff, der leicht entzündungshemmend wirkt. Für einen wohltuenden Tee aus Rosenblättern kann man allerdings nicht nur Blätter von wilden Rosen verwenden. Auch die Blätter gezüchteter Rosen und ähnlichen Baumschulen, enthalten Anthocyane – wenn auch in vergleichsweise schwacher Dosierung.

Zudem enthalten die Rosenblätter Gerbstoffe, die eine trocknende und zusammenziehende Wirkung haben, wodurch sich offene Wunden schneller schließen. Eingesetzt wird der Tee aus den Blättern der Rosen hauptsächlich bei Entzündungen im Hals- und Rachenbereich. Durch die Behandlung mit Rosentee klingt die Entzündung deutlich schneller ab als auf herkömmliche Weise. Positiver Nebeneffekt: Der Rosentee enthält neben den Anthocyanen viel Vitamin C, was dem angegriffenen Immunsystem wieder auf die Beine hilft.

Die wahre Medizin steckt in den Früchten der Rosen

Nicht nur die Rosenblätter, auch die Früchte der Rosen, die Hagebutten, sind der Naturheilkunde schon seit Jahrhunderten aufgrund ihrer heilenden Wirkung bekannt. Die Hagebutten kurieren aber nicht nur Entzündungen, sie können bei zahlreichen Leiden und Schmerzen eingesetzt werden:

  • Verdauungsprobleme: Aus der getrockneten Schale der der Rosen-Frucht Hagebutte kann man einen Aufguss herstellen, der eine abführende Wirkung entfaltet. Deshalb wird dieser Tee oft unterstützend bei der Therapierung von Nieren- und Blasenleiden eingesetzt.

  • Rheumaleiden: Aus den Hagebutten kann auch ein Mus hergestellt werden, das eine stark ausschwemmende Wirkung hat. So hilft es besonders effektiv gegen Gicht und Rheuma.

  • Hautpflege: Neben heilenden hat die Hagebutte auch pflegende Eigenschaften. Beispielsweise wird aus den Kernen der Hagebutte, die man sich früher gegenseitig gerne als Juckpulver unter den Kragen geschoben hat, ein Öl produziert, das zur Hautpflege verwendet werden kann.

  • Vorbeugung von Krankheiten: Die Hagebutte muss nicht nur bei Krankheiten eingesetzt werden, sondern eignet sich auch zur gesunden Ernährung. Verarbeitet man die Hagebutte zum Beispiel zu einer Marmelade, hat man einen sehr vitaminreichen Brotaufstrich, der nebenbei auch noch sehr lecker schmeckt.

  • Arthrose: Erst vor kurzer Zeit wurde ein neuer Wirkstoff der Rosen-Frucht Hagebutte entdeckt. Nach einer Anekdote bekam ein dänischer Bauer eine Hagebuttenmarmelade geschenkt und stellte nach dem Verzehr fest, dass seine Rückenschmerzen verflogen waren. In Wirklichkeit fand eine dänische Forschergruppe 2003 den aktiven Inhaltsstoff Galaktolipid in den Hagebutten, der Arthrose-Erkrankungen abschwächt. Seitdem gibt es ein Pulver aus Hagebutten, das bei Arthrose verschrieben wird.

Wie stärken die Hagebutten meine Abwehrkräfte?

Die Hagebutten
Die Hagebutten sind die vitaminreichen
Früchte der Rosen ©iStock/druvo

Die Hagebutten stärken das Immunsystem vor allem durch die hohe Menge an Vitamin C. Vitamin C kann zwar keinen Infekt vorbeugen, allerdings werden die Symptome durch einen guten Vitamin C Haushalt abgeschwächt, was dem Körper zum Beispiel beim Fieber senken hilft. Vitamin C verbraucht der Körper bei einem Infekt zu großen Teilen durch die weißen Blutkörperchen, die die fremden Keime abtöten. Gleichzeitig fördert es die Bildung von Antikörpern, die dem Körper bei der Infektabwehr helfen.

Wo finde ich die Rosen Früchte?

Der Dichter Heinrich Hoffmann von Fallersleben, dem wir unsere Nationalhymne zu verdanken haben, erwähnte die Hagebutte und deren Fundort in seinem bekannten Volkslied „Ein Männlein steht im Walde“: „Das Männlein dort auf einem Bein / Mit seinem roten Mäntelein / Und seinem schwarzen Käpplein / Kann nur die Hagebutte sein.“

Die Hagebutte ist also vor allem im Wald, manchmal auch am Feld- und Wegesrand an den Sträuchern von wilden Rosen zu finden. Zeitlich muss man sich noch etwas gedulden, die ersten pflückbaren Hagebutten gibt es erst Ende September bzw. Anfang Oktober.

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