Speedrun Krankenhausvisite

Bleibt der Patient trotz medizinischer Innovation auf der Strecke?

Deutschland ist ein automatisiertes Land. Überall zeigen sich die Früchte emsiger Forschung. Neuerungen der Industrie fassen auch im Gesundheitswesen Fuß, helfen, medizinischen Fortschritt zu erzielen und Behandlungsabläufe zu optimieren. Moderne Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Visitenwagen, erleichtern die Arbeit des medizinischen Personals in Krankenhäusern und Altenheimen.

Visitenwagen – Büro auf Rädern

visitenwagen
Ein Visitenwagen erleichtert medizinischem
Personal die Dokumentation
istockphoto.com/TommL

Kostete noch vor Jahren die Visite durch umfangreiche Dokumentation wertvolle Zeit, stehen heute dafür den Ärzten optimierte Visitenwagen, zu sehen auf standardsysteme.de, zur Verfügung.

Die Vorteile des modernen Visitenwagens:

  • Alle Unterlagen und Dokumentationen sind stets griffbereit
  • Archivierung vereinfacht das Auffinden von Patienteninformationen
  • Spezielle Abdeckungen sichern die Akten vor unberechtigtem Zugriff
  • Körpergerechte Bauweise erlaubt ergonomisches & schnelles Arbeiten

Gewonnene Zeit kommt Patienten nicht zugute

Die so gewonnene Zeit könnte den Patienten zugutekommen. Aber gerade das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Immer mehr Patienten beklagen die wenige Zeit, die sich Mediziner für ihre Probleme bei einem Arztbesuch nehmen.


In Zahlen ausgedrückt beziffern die Patienten die Dauer eines Arztgesprächs wie folgt:

  • im Schnitt werden elf Minuten angegeben
  • 20 Prozent von 1.000 Befragten gehen von 15 Minuten aus
  • jeder Fünfte bemisst die Zeitdauer mit lediglich fünf Minuten

Quelle: 3sat.de

Trotz modernster Technik schrumpft demnach die Behandlungszeit für die Patienten. In den wenigen Minuten ist ein problemorientiertes Gespräch meist nicht möglich. Die Frequenz der Arztbesuche steigt in Folge an. Krankheiten, deren Ursache eher im seelischen Bereich angesiedelt sind, können in kurzer Zeit nicht diagnostiziert und angemessen behandelt werden. Selbst Mediziner sehen diese Schwächen. So resümiert der Frankfurter Chirurg Dr. Bernd Hontschik, „man müsste Patienten häufiger auf die Seele blicken.“

Fehler liegt im System

Ferdinand Gerlach, Sachverständigenrat Gesundheit, sieht den Fehler in der Entwicklung des Systems. Honorare und Gewinne der Ärzte hängen in hohem Maß von den Patientenzahlen ab. Zusätzlich wird der Einsatz von Maschinen von den Krankenkassen gesondert vergütet, sodass sich Ärzte gezwungen sehen, die Dauer des Patientengesprächs zu reduzieren. Aufgrund der dadurch unbefriedigt hohen Zahl von Patienten, die alsbald in die Praxis zurückkehren, fühlen sich Ärzte wiederum überlastet. Der Gesundheitsökonom Peter Oberender fasst das Problem mit den Worten „falsche Anreize für die Ärzte“ zusammen.

Im Endeffekt leiden nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte unter dem System, dass offensichtlich gerade durch den Einsatz moderne Technik verschärft wird.

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