Vergesslichkeit oder doch schon Demenz?

Vergesslichkeit, wie viel ist normal und ab wann sollte Sie sich sorgen machen. Wo liegt der Unterschied zwischen der Krankheit Demenz und einer simplen Vergesslichkeit?

vergesslichkeit
Wann ist Vergesslichkeit normal?
istockphoto.com/Sezeryadigar

Ein jeder von kennt diese Situationen, in der man jemanden zufällig trifft und einem dessen Namen einfach nicht einfallen will. Oder man ist mitten in einem hitzigen Gespräch und einem fällt ein doch so geläufiges Wort einfach nicht ein und man schafft es nur, sich über eine Umschreibung des Wortes den Gegenüber verständlich zu machen. Egal, ob älter oder junger, eine solche Vergesslichkeit kann schon erschreckend wirken.


Wann ist Vergesslichkeit normal?

Vergesslichkeit tritt in zunehmendem Alter immer öfters auf, Brille oder Schlüssel verlegt, Geburtstag oder einen anderen wichtigen Termin einfach vergessen, das Geld im Automaten liegen lassen oder der Personalausweis ist nicht mehr auffindbar. Es stellt sich dann die Frage, ist es der Stress unserer schnelllebigen Zeit, warum wir so schusselig geworden sind oder ist es schon Demenz? Bis zu einem gewissen Grad ist die Vergesslichkeit in der Regel ganz normal, denn bereits ab dem 40sten Lebensjahr verschlechtert sich das Kurzzeitgedächtnis, sowie das Reaktionsvermögen und die Arbeitsgeschwindigkeit.

Warum werden wir vergesslich?

Vergesslichkeit ist etwas ganz Natürliches, da sich unsere Verknüpfungen zwischen einzelnen Gedächtnisinhalten durch neues Wissen ständig ändern. Alte Informationen werden hierbei überarbeitet oder ganz in den Hintergrund gedrängt. Zudem beeinflussen uns noch weitere externe Faktoren, die dazu führen, dass wir an Vergesslichkeit leiden. Eine Möglichkeit, warum Vergesslichkeit auftritt, ist es, weil wir unsere Gedächtnisinhalte mit unsere Emotionen und unserer aktuelle Umgebung verbinden. Das bedeutet, dass wir uns in unsere Freizeit schlechter an Situationen, die mit der Arbeit zu tun haben erinnern. Ein weiterer Auslöser für Vergesslichkeit sind Stress, Müdigkeit und Flüssigkeitsmangel. Gerade ältere Menschen sollten sich mehr mit dem Thema Gesundes Trinken beschäftigen. Auch Krankheiten und Medikamente können die Vergesslichkeit fördern, denn diese schwächen unser Erinnerungsvermögen.

Was Sie gegen die Vergesslichkeit tun können

Vor allem ein gesunder Lebensstil mit einer gesunden kohlenhydratarmen Kost und körperlicher Bewegung hilft, eine frühzeitige Vergesslichkeit vorzubeugen. Medikamente und Alkohol sollten Sie nur in Maßen genießen. Schauen Sie sich lieber nach alternativen wie Lavendel und Rosen als Medizin um. Gezielte Entspannungstechniken helfen zudem beim Stressabbau und schützen vor Vergesslichkeit. Desweiteren empfiehlt es sich, dem Gedächtnis geistige Anregung, zum Beispiel in Form eines anspruchsvollen Hobbys oder möglichst vielen Kontakten mit anderen Menschen, zu bieten.

Ist es schon Demenz?

Kommen die Aussetzer häufig vor, kann es durchaus an Stress, zu wenig Schlaf oder gedanklicher Abwesenheit liegen. Wenn die Vergesslichkeit jedoch so weit ausgeprägt ist, dass ein normales Alltagsleben nicht mehr möglich ist, spricht man von einer ernst zunehmenden Krankheit bzw. Demenz. Trotzdem sind einzelne Aussetzer noch kein sicheres Symptom für Demenz, denn der Beginn einer Demenz kann sich auch mit der normalen Gehirnalterung überschneiden. Gedächtnisprobleme können auch ganz banale Ursachen wie z. B. Vitaminmangel, hoher Alkoholkonsum, eine Schilddrüsenüberfunktion oder auch Diabetes und Bluthochdruck haben. Diese Ursachen sind in der Regel zu beheben. Ernst wird es erst, wenn man von Außenstehenden darauf aufmerksam gemacht wird, dass man des Öfteren verwirrt ist. Liegen hierfür keine banalen Gründe wie z. B. Schlafmangel oder Stress vor, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Symptome von Demenz

Ab wann sollten wir uns ernsthafte Sorgen um eine mögliche Erkrankung machen? Erste Anzeichen bzw. Symptome von Demenz sind:

vergesslichkeit knote
Demenz, wenn der Knote im Taschentuch
nicht hilft istockphoto.com/John Gollop
  • Stark ausgeprägter Gedächtnisverlust, insbesondere das Nichtzugreifen können auf das Kurzzeitgedächtnis
  • Das Vergessen bekannter Wege, die man jahrelang gegangen ist
  • Gereiztheit oder ungewöhnliches Benehmen in der Öffentlichkeit
  • Es wird schwer, etwas zu planen oder zu organisieren
  • Halluzinationen (sehen von nicht existenten Dingen)
  • Die geistigen Fähigkeiten nehmen ab, es folgt Verschlechterung von Sprache und Ausdruck
  • Koordinationsprobleme

Ein weiteres Warnzeichen ist auch das Vergessen von komplexen Dingen, z. B. wenn man nicht mehr weiß, dass man am vergangenen Tag auf einer Geburtstagsfeier war oder man findet verlegte Dinge an seltsamen Orten wieder, wie z. B. die vermisste Uhr im Kühlschrank.

Demenz muss gezielt therapiert werden

Führt die Demenz schon zu ausgeprägten Gedächtnisstörungen, ist sie nicht mehr heilbar. Man kann nur mit „Cholinesterasehemmern“ und den „NMDA-Rezeptorblockern“ die Abnahme der Gehirnleistung für eine gewisse Zeit bremsen. In den meisten Fällen kommen die Patienten jedoch zu spät, die Symptome sind bereits so stark ausgeprägt, dass dadurch viele Nervenzellen bereits irreparabel geschädigt sind. Deshalb sollte jeder Einzelne der Demenz schon vorbeugen und dazu gehören regelmäßige Bewegung, starkes Übergewicht vermeiden, auf Zigaretten verzichten und auf normale Blutdruckwerte achten.

Share on Facebook0Pin on Pinterest0Tweet about this on TwitterGoogle+0Email to someone

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.