Wenn es im Ohr pocht und klopft: Ursachen und Behandlungen

Schmerzen oder andere Symptome am Kopf erleben die meisten Menschen als sehr unangenehm und belastend. Kaum eine andere Stelle am Körper sorgt bei Betroffenen für so viel störende Empfindungen.
Neben Kopfschmerzen gehören vor allem missliche Geräuschwahrnehmungen und pulsierendes Pochen im Ohr zu den am weitesten verbreiteten Gesundheitsstörungen.
So weitgefächert die Ursachen dafür sein können, so unterschiedlich sind die Behandlungsmethoden. Manche Beschwerden lassen sich dabei recht schnell selbst beheben.

Vielfältige Ursachen für Pochen im Ohr

ursache für pochen im ohrDas menschliche Ohr ist ein faszinierend konstruiertes Organ: Genial durchdacht und filigran gestaltet sorgt es dafür, auch feinste Ton-Unterschiede wahrzunehmen. Überdies hat das im Ohr beheimatete Gleichgewichtssystem die Aufgabe, eine Orientierung unserer jeweiligen Raumlage zu gewährleisten; nur mit einem intakten Gleichgewichtsorgan können wir oben und unten richtig einordnen.

Bei alldem ist das Ohr sehr sensibel und oftmals ein Spiegel körperlicher Zustände. Physischer wie psychischer Druck kann daher rasch zu störenden Ohrgeräuschen führen – ein Ruf des Körpers nach Ruhe und Schonung.

Treten Pochgeräusche im Ohr infolge von Störungen oder Erkrankungen auf, sind diese oft ständig präsent, ganz gleich, ob bei Gesprächen mit anderen Menschen, bei der Arbeit und selbst in der Nacht. Zumeist ist dabei an einen normalen und entspannenden Schlaf nicht zu denken. Aufgrund dessen führen die Beschwerden – insbesondere wenn sie über einen längeren Zeitraum anhalten – bei vielen Menschen zu psychischer und in der Folge auch zu physischer Überforderung. Ein Kreislauf mit fatalen Folgen …

Es ist deshalb von großer Wichtigkeit, spätestens nach einer Woche ununterbrochenem oder bei immer wiederkehrendem Pochen im Ohr einen Arzt – vorzugsweise einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde – aufzusuchen. Wer hier mit der Abklärung eventuell bestehender organischer Ursachen zu lange wartet, riskiert ein möglicherweise nicht mehr verschwindendes Gesundheitsproblem!

Manchmal sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems die Ursache

Neben stressbedingten Ursachen liegen die Gründe für als pulsierend wahrgenommene Ohrgeräusche nicht selten in Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder werden durch Bluthochdruck verursacht. Derartige Störungen führen zu einem im Rhythmus des Pulsschlages erlebten Geräusch. Auch eine Schwangerschaft bedeutet Stress für den Körper und kann zur Ausbildung von Ohrgeräuschen führen.

Eine weitere Möglichkeit für Pochen im Ohr ist das Vorliegen einer Eisenmangelanämie: Aufgrund der verminderten Anzahl roter Blutkörperchen kommt es zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Hiervon sind auch die Ohren betroffen, weshalb Patienten mit Eisenmangel nicht selten über störende Ohrgeräusche klagen.

Auch ein Tinnitus kann pochen

pochen im ohr tinnitusViele Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass sich ein Tinnitus ausschließlich durch ein Summen oder ein Pfeifen im Ohr bemerkbar macht und nicht durch Pochgeräusche. Diese Annahme ist aber unrichtig, denn eine Tinnituserkrankung kann sehr unterschiedliche Symptome und Verläufe aufweisen.

Auch an den zwar selten auftretenden aber dennoch möglichen sogenannten muskulären Tinnitus muss bei Pochen im Ohr gedacht werden. Bei dieser Erkrankung sind die vom Patienten empfundenen Ohrgeräusche auch von Dritten wahrnehmbar, zum Beispiel von einem Arzt, der sein Stethoskop dicht vor den Gehörgang hält.

In derartigen Fällen kommt das Pochen im Ohr von einer tatsächlichen Schallquelle, die sich zumeist im Kopf- oder Halsbereich befindet. Hierfür kommt neben Spasmen in den Mittelohrmuskeln beispielsweise auch ein Zucken des Trommelfells oder des Gaumens infrage, welches die auftretenden Geräusche verursacht.

Wichtig ist in jedem Falle eine gründliche und umfassende ärztliche Abklärung, denn erst wenn die Ursache zweifelsfrei erkannt ist, kann mit einer zielführenden und nachhaltigen Behandlung begonnen werden.

Verschiedene Behandlungswege

Die Behandlung störender Ohrgeräusche hängt in erster Linie von der jeweiligen Ursache ab. Neben vom Arzt verordneten durchblutungssteigernden Medikamenten oder Naturheilprodukten können Patienten auch Selbsthilfemaßnahmen versuchen, die das Pochgeräusch zumindest zeitweise übertönen. Hierfür kommt dezente Musik über Kopfhörer genauso infrage wie ein laut tickender Wecker, der nachts neben dem Bett des Patienten aufgestellt wird.

Die letztgenannten Mittel bekämpfen allerdings nicht die Ursache der Beschwerden, sondern helfen lediglich, mit dem Pochen besser klar zu kommen. Insofern eignen sich die beschriebenen Maßnahmen vor allem für diejenigen Patienten, bei denen nach ärztlicher Untersuchung keine behandelbare Ursache gefunden werden konnte oder deren Geräuschempfindungen vorübergehenden Charakter haben, wie beispielsweise in der Schwangerschaft.

Mitunter helfen Nasentropfen

pochen im ohr nasentropfenManchmal ist für das Pochen aber auch eine Verengung der sogenannten Eustachischen Röhre verantwortlich, die den Mittelohrbereich mit dem Rachenraum verbindet. Insbesondere bei Atemwegsinfekten, vergrößerten Mandeln oder Polypen kann die Durchgängigkeit dieser Verbindung beeinträchtigt sein und es so zu einer Minderbelüftung des Innenohres kommen. Durch den entstehenden Unterdruck wird das Trommelfell angesaugt, infolgedessen es zu negativen akustischen Wahrnehmungen kommt.

Um herauszufinden, ob dies die Ursache für das Pochen im Ohr sein könnte, empfiehlt sich ein Selbstversuch: Nach dem Einatmen wird bei zugehaltener Nase und geschlossenem Mund Druck im Mund-Nasenraum aufgebaut und dieser dann gegen den bestehenden Widerstand gepresst. Hierdurch entsteht Druck auf den Ohren und im Normalzustand wird ein leises Geräusch hörbar. Bleibt dieses aus, könnte eine Verengung der Eustachischen Röhre vorliegen. In diesem Falle empfiehlt sich der Versuch einer Behandlung mit abschwellenden Nasentropfen oder -sprays. Diese können helfen, die Belüftung des Innenohres zu verbessern und das Pochen im Ohr auf diese Weise abzustellen.

Allerdings sollten Nasentropfen und Nasensprays nicht länger als maximal eine Woche angewendet werden. Bestehen die Beschwerden danach noch immer, ist der Gang zum Arzt dringend zu empfehlen.

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