Zu wenig Magensäure

Haben Sie zu wenig Magensäure? In vielen Ratgebern wird darauf hingewiesen, wie wichtig eine basische Ernährung ist. Doch für eine gute Verdauung ist es wichtig, dass genügend Magensäure im Magen vorhanden ist. Diese besteht aus Hydrochlorsäure, auch Salzsäure genannt. Ist allerdings zu wenig Magensäure im Magen vorhanden, kann das zu ganz unterschiedlichen Problemen führen.

Funktion der Magensäure

funktion magensäureProteine sind in fast allen Nahrungsmitteln enthalten und bestehen aus Aminosäuren. Diese werden von dem Menschen benötigt, um jeweils eigenen Proteine herstellen zu können. Diese menschlichen Proteine werden für den Aufbau der Zellen ebenso gebraucht, wie für die Herstellung der körpereigenen Hormone und der Neurotransmitter. Damit die Proteine, die in der Nahrung vorhanden sind, optimal genutzt werden können, müssen sie im Magen – und somit mit Hilfe der Magensäure – aufgeschlossen werden.

Das saure Milieu im Magen sorgt somit dafür, dass der menschliche Körper die Proteine aus der Nahrung überhaupt verwerten kann. Optimalerweise liegt der pH-Wert der Magensäure zwischen 1 und 3. Damit ist die Magensäure in der Lage, die Eiweiße aus der Nahrung zu denaturieren.

Gleichzeitig sorgt die Magensäure dafür, dass das Enzym Pepsin produziert wird, mit dem das Eiweiß gespalten wird, so dass die Aminosäuren aufgeschlossen werden und dem Körper zur Verfügung stehen. Ist zu wenig Magensäure vorhanden, kann es zu einem Mangel an essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren kommen. Fehlen beispielsweise Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin, kann es zu Schlafstörungen bis hin zu Depressionen führen.

Auswirkungen von zu wenig Magensäure

Gelangen Proteine ins Blut, die von der Magensäure nicht ausreichend verdaut wurden, werden sie dort als Eindringlinge markiert. Unser Immunsystem schlägt Alarm und attackiert diese fremden Stoffe. Sind die Aminosäuren, die durch zu wenig Magensäure nicht verdaut werden konnten, erst einmal im Blut, lassen sich diese nicht mehr nutzen. Statt dessen lösen die fremden Eiweiße im Blut Allergien aus.

Auch Bakterien, Parasiten und andere Erreger von Krankheiten sind Eiweiße, die im Magen unbedingt denaturiert werden sollten. Die Magensäure ist gegen Krankheitserreger ein starker Schutzschild, aber nur dann, wenn der pH-Wert niedrig ist.

zu wenig magensäureSpurenelemente und Mineralstoffe, wie Kalzium, Eisen oder Zink, die in der Nahrung enthalten sind, müssen zunächst gelöst werden, damit sie später im Dünndarm vom Körper aufgenommen werden können. Ist zu wenig Magensäure vorhanden, können diese elementar wichtigen Stoffe nicht genügend dem Körper zugeführt werden.

Ist zu wenig Eisen im Körper, kann das langfristig zu einer Anämie des Blutes führen. Dann wird nicht genügend neues Blut gebildet und der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt. Müdigkeit und Antriebslosigkeit können hier mögliche Folgen sein, auch die Ausdauer und Vitalität ist herabgesetzt.

Besonders bei Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, muss die Magensäure das Eisen aus den Fasern der Pflanzen herauslösen. Auch die Folsäure, die für die Zellteilung und Reparaturen der DNA benötigt wird, braucht genügend Magensäure. Bekommt ein noch ungeborenes Kind im Mutterleib zu wenig Folsäure, kann das zu Schäden in der Entwicklung führen.

Ist im Magen zu wenig Magensäure, und daraufhin der pH-Wert zu hoch, können sich andere Bakterien im Magen ansiedeln. Diese können beispielsweise auch für einen schlechten Atem verantwortlich sein.

Schnelle Hilfen bei zu wenig Magensäure

Damit die Produktion von Magensäure angeregt wird, können folgende Maßnahmen schnelle Hilfe bieten:

  1. tipps bei zu wenig magensäureEin Kräuterbitter vor dem Essen: Das sind Extrakte aus Bitterkräutern, welche den Magen anregen, verschiedene Sekrete zur Verdauung besser zu bilden, wie beispielsweise Speichel, Magensäure und Pepsin, aber auch Gastrin, Galle und die Enzyme der Bauchspeicheldrüse. Den gleichen Effekt haben Ingwer oder Blattsalate, die mit bitter schmeckenden Blättern, wie Chicoree, Radicchio oder Endivien zubereitet wurden.
  2. Genügend Salz und nicht beim Essen trinken: Das Chlorid des Salzes ist für die Magensäure ein wesentlicher Baustein. Deswegen sollten die Speisen ausreichend gesalzen sein. Damit die Verdauungssäfte im Magen nicht unnötig verdünnt werden, sollte zum Essen nicht gleichzeitig getrunken werden.
  3. Zitronensaft oder Apfelessig: Liegt die Mahlzeit wie ein Stein im Bauch, oder kommt es nach dem Essen zum Sodbrennen oder Aufstoßen, können ein bis zwei Esslöffel mit Apfelessig oder Zitronensaft vor dem Essen helfen. Mit so wenig Wasser wie möglich eingenommen, wirkt die Säure wie Magensäure.
  4. Möglichst keine Säureblocker einnehmen: Wer an Sodbrennen leidet, lindert die Schmerzen häufig, in dem er die Magensäure neutralisiert. Doch damit wird gleichzeitig die Säureproduktion gestoppt und die Verdauung gestört. Statt dessen hilft es, Fett, Alkohol und Nikotin zu meiden.
  5. Stressabbau: Gibt es im Leben zu viel Stress, wirkt sich das auch auf die Verdauung aus. Die Mahlzeiten sollten ruhig, ohne Hetze und Zeitdruck genossen werden. Dazu gehört auch, die einzelnen Bissen genüsslich zu kauen.
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