Sind Granatäpfel gesund?

Der israelisch-britische Kultkoch Yotam Ottolenghi hat mit seinen Rezepten viel zu ihrer Popularität in diesen Breitengraden beigetragen: Die kleinen purpurnen, aromatischen Kerne des Granatapfels – lateinisch „Punica granatum“ – geben vielen Gerichten das gewisse Etwas. Auch als Superfood erfährt die Pseudofrucht, die weniger ein Apfel als eine Beere ist, in der letzten Zeit viel Aufmerksamkeit. Der Granatapfel ist gesund –  gewissermaßen ein „altes“ Superfood.

Ein aufgeschnittener Granatapfel und einige herausgelöste Kerne liegen mit zwei ganzen Früchten auf einem Holztisch. Granatäpfel sind gesund!
Granatäpfel sind nicht nur gut für das individuelle Wohlbefinden. Sie werten jedes Gericht auch optisch auf. (©istockphoto.com__oxyzay)

Seit wann sind Granatäpfel bekannt?

Die kugelige Frucht war in Europa schon im Mittelalter bekannt – allerdings vornehmlich den höheren Ständen und dem Adel. Im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in Asien ist der Anbau und die Verwendung von Granatäpfeln seit Jahrtausenden gegenwärtig. So wurden in der Grabkammer eines höheren Beamten in der Zeit von Ramses IV Granatäpfel als Grabbeigabe gefunden.

Die kulturelle Geschichte des Granatapfels ist reich. Die Frucht gilt häufig als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht. In der Bibel symbolisiert der Granatapfel unter anderem die Ekklesia, die Gemeinschaft der Gläubigen, aber auch im Koran taucht die Frucht immer wieder auf. Möglicherweise verdankt die Stadt Granada in Andalusien ihren Namen den Früchten. Noch heute ist die Region ein wichtiges Anbaugebiet für die äußerlich unscheinbaren, im Inneren purpurnen Früchte.

Mittlerweile werden Granatäpfel auch außerhalb der traditionellen Anbaugebiete in den USA, Lateinamerika, Südafrika und Australien angebaut. Die kultivierte Pflanze ist kälteempfindlich, Temperaturen unter 12 Grad schaden ihr. Ein Granatapfel ist reif, wenn die Schale rot bis dunkelrot ist. Granatäpfel reifen nicht nach, halten sich aber im Kühlschrank mehrere Wochen.

Wie gesund sind Granatäpfel?

Granatäpfel haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und anderen gesundheitsfördernen Stoffen. (©istockphoto.com_4kodiak)

Granatäpfel sind reich an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, darunter Kalium, Eisen und B-Vitamine und Vitamin C sowie Ballaststoffen. In der tiefroten Frucht stecken zudem Antioxidantien, sogenannte Polyphenole und Flavonoide. Diesen bioaktiven Substanzen werden blutdrucksenkende und entzündungshemmende Wirkungen zugesprochen. Den Granatapfelkernen wird außerdem eine positive Wirkung bei der Behandlung von Wechseljahrbeschwerden oder zur Vorbeugung von Prostatakrebs nachgesagt. Hier liegen allerdings keine ausreichenden Studien vor. Der Vitamin C Gehalt der Frucht ist beachtlich, aber nicht außergewöhnlich: eine Orange enthält die sechsfache Menge Vitamin C. Vitaminmangel kann damit dennoch gut vorgebeugt werden.

Der Granatapfel ist gesund, aber kein Superfood. Verzehr und Genuss tragen ohne Zweifel zum allgemeinen Wohlbefinden bei, Superkräfte sollte man vom Granatapfel aber nicht erwarten. Für therapeutische Wirkungen müssen zudem vergleichsweise große Mengen verzehrt werden. Der hohe Zuckergehalt der Kerne schlägt dann negativ in der Gesundheitsbilanz zu Buche.

Vielleicht muss der Granatapfel auch kein Superfood sein. Granatäpfel sind gesund, hübsch anzusehen und einfach köstlich. Der Saft schmeckt angenehm säuerlich, und wer einmal Granatapfelwein gekostet hat, wird sich auf die nächste Gelegenheit freuen!

Wie löse ich die Kerne aus der Schale?

Wer den Geschmack von Granatäpfeln mag, kennt das Problem: Die tiefroten Kerne aus der Schale zu lösen, kann die Küche in ein Schlachtfeld verwandeln. Granatapfel-Flecken lassen sich zudem fast gar nicht aus Kleidungsstücken entfernen. Sollte es doch mal einen Fleck geben, können Sie die Tipps unter diesem Link befolgen. Früher wurde mit dem Saft Wolle gefärbt! Am besten Sie probieren es einmal auf diese Weise: Lösen Sie mit dem Strunk eine Scheibe der Frucht ab. Verletzen Sie dabei möglichst nicht die Fruchtkammern. Schneiden Sie den Granatapfel dann wie eine Orange in Spalten. Lösen Sie die Kerne aus der Schale. Alternativ können Sie, bevor Sie den Strunk abschneiden, mit einem Löffel rundum leicht auf die Oberfläche der Frucht schlagen, damit sich die Kerne besser herauslösen lassen oder die Frucht in einem Wasserbecken auseinanderbrechen und anschließend die Kerne herauslösen.

Versuchen Sie auch gerne diese leckeren Rezepte:

Auberginen, Granatäpfel und Tahin

Zutaten

2 Teelöffel Agavendicksaft

50 ml Olivenöl

2 mittelgroße Auberginen (in 2 cm große Scheiben geschnitten)

75 g Joghurt

½ Teelöffel Tahin (weißes oder braunes Sesammus)

50 g Granatapfelkerne

Salz und weißer Pfeffer

Zubereitung

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen

Den Agavendicksaft mit dem Olivenöl und Salz mischen und auf die Auberginen-Scheiben geben. Die Auberginenscheiben auf ein Backblech geben. Die Auberginen 20 Minuten im Ofen backen bis sie weich sind.

Den Joghurt mit dem Tahin und etwas Salz und einer Prise Pfeffer vermischen.

Die Auberginen in eine Schüssel geben und die Joghurtsoße darauf verteilen.

Milchreis mit Granatapfelkernen

Zutaten

1 Milch

250 g Milchreis

80 g Zucker

1 Prise Zimt

1 Prise Koriander

2 Granatäpfel

Zubereitung

Milch, Zucker, Zimt und Koriander in einem Topf erwärmen. Den Milchreis einrieseln lassen und die Hitze reduzieren. Den Milchreis 35 bis 40 Minuten köcheln lassen und hin und wieder umrühren.

Die Granatäpfelkerne herauslösen.

Den Milchreis in Schalen geben und die Kerne darüber geben.

Guten Appetit!