Oliven: Gesunde Früchte des Ölbaums

Wilde Oliven wurden schon vor 9000 Jahren gegessen. So lassen es zumindest archäologische Funde von Olivenkernen erahnen. Den mythologischen Ruhm des Ölbaums oder Olivenbaums – lat. Olea europaea – begründete nach den alten Griechen ein Wettstreit zwischen dem Meeresgott Poseidon und der Göttin Athene um die Vorherrschaft in der Stadt Athen. Poseidon ließ – ganz Meeresgott – eine Quelle entspringen, Athene schenkte den Menschen hingegen einen Olivenbaum. Diesen befanden die Menschen nützlicher als eine Quelle und gewährten Athene die Vorherrschaft über die Stadt Athen.

Ein Zweig mit schwarzen Oliven vor mediterranem Hintergrund
Die mediterrane Küche ist als schmackhaft und gesund bekannt.(©gettyimages_pxel66)

Heute sind Olivenöl und Oliven kaum aus der europäischen Küche wegzudenken. Öl und Früchte kommen in vielen leckeren, häufig mediterranen Gerichten zum Einsatz. Dabei sind Olivenöl und Oliven nicht nur schmackhaft. Oliven sind auch gesund. Wer Olivenöl und Oliven in seinen Speiseplan integriert, tut etwas zur Vorbeugung von Zivilisationskrankheiten und anderen Erkrankungen. (Wer sich für eine sehr detaillierte Aufstellung der Anwendungsgebiete interessiert, findet hier weitere Informationen.)

Seit wann werden Oliven kultiviert?

Als Nutzpflanze werden Olivenbäume schon seit der Bronzezeit – seit 4000 v. Chr. Der Ölbaum wird in vielen antiken Schriften, unter anderem in der Bibel, erwähnt. In letzterer ist der Olivenzweig zum Beispiel ein Symbol des Friedens. In der Küche des Mittelmeerraums nehmen Olivenöl und Oliven schon immer eine besondere Rolle ein. Auch das Holz des Olivenbaums ist beliebt: Es ist eines der härtesten Hölzer Europas, aus dem sich besonders gut schöne robuste Küchenutensilien fertigen lassen.
Heute werden Oliven in vielen Ländern Europas angebaut. Zu den größten Olivenproduzenten gehören Spanien, Italien, Griechenland, die Türkei und Marokko. Ein Großteil der Olivenproduktion wird für die Ölgewinnung aufgewendet. Nur ein geringer Anteil der Ernte gelangt als Kerne in den Handel.

Welche Sorten Oliven gibt es?

Eine Handvoll grüner und schwarzer Oliven auf weißem Hintergrund
Ob grün oder schwarz – Oliven sind gesund. (©gettyimages_LightFieldStudios)

Weltweit gibt es über 1000 Sorten von Olivenbäumen, einige von ihnen wachsen nur in einem einzigen Dorf. Manche Sorten sind über 1000 Jahre alt. Diese Olivenbäume sind zwar nicht so ertragreich wie modernere Sorten, dafür aber in der Regel widerstandsfähiger, weniger durch Pestizide belastet und reicher an sekundären Pflanzenstoffen.

In der Regel unterscheidet man zwischen Tafel- und Ölsorten. Bei den Tafelsorten sind Manzanilla-Oliven und Kalamata-Oliven am bekanntesten. Manzanilla-Oliven werden hauptsächlich in Spanien angebaut, sind klein und mittelfest und haben ein herbes Aroma. Sie sind im Handel als grüne und schwarze Oliven erhältlich. Kalamata-Oliven sind die bekannteste Olivensorte aus Griechenland. Diese Oliven sind besonders saftig und schmecken aromatisch würzig. Kalamata-Oliven sind häufig rotbraun bis schwarz gefärbt.

TIPP: Ob eine Olive grün oder schwarz ist, hängt nicht von der Sorte, sondern vom Reifegrad ab. Alle Oliven sind anfangs grün und färben sich, je länger sie am Baum hängen, schwarz ein. Da für die Produktion von schwarzen Oliven mehr Ressourcen aufgewendet werden müssen, bis sie in den Handel kommen, helfen manche Hersteller bei schwarzen Oliven „ein wenig nach“. Sie färben nicht ganz reife Oliven mit Eisensalzen tiefschwarz ein. Natürlich gereifte Oliven sind hingegen eher grau-braun bis grau-schwärzlich. Achten Sie beim Einkauf auf entsprechende Hinweise bei den Inhaltsstoffen oder kaufen Sie von vornherein, wenn Sie auf unverfälschten Genuss Wert legen.

Eignen sich Oliven für eine kohlehydratarme Ernährung?

Oliven – grüne wie schwarze – enthalten nur wenige Kohlenhydrate, von denen bis zu 80 Prozent Ballaststoffe sind. Ein Handvoll Oliven ist daher ein perfektes Mittel gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Aufgrund der Ballaststoffe stellt sich schnell ein angenehmes Sättigungsgefühl ein.
Der Fettanteil der Oliven unterscheidet sich bei grünen und schwarzen Exemplaren. Die reiferen, schwarzen Oliven haben einen wesentlich höheren Gehalt an Fettsäuren. Negativ schlägt dies allerdings nicht unbedingt zu Buche: Bei den Fetten handelt sich um gesunde, einfach ungesättigte Fettsäuren. Sie erhöhen nachweislich das gute HDL-Cholesterin im Blut. Studien haben außerdem belegt, dass eine Kost, die reich an Oliven und Olivenöl ist, gegen Arteriosklerose, Bluthochdruck und Herzerkrankungen vorbeugen kann.