Spirulina: Große Wirkung der kleinen Blaualge

Dass der Verzehr von Algen gesund ist, ist bekannt. Japanischen Wakame-Salat gibt es mittlerweile schon in den Frischetheken gut sortierter Supermärkte. Wakame sind marine Braunalgen, die entfernt an Seetang erinnern. Spirulina, früher auch Blaualge genannt, sind hingegen winzige, wendelförmige Mikrobakterien bzw. Mikrofilamente, die in der Kategorie „Mikroalgen“ als Nahrungsergänzungsmittel in Tablettenform oder als Pulver erhältlich sind. So klein die Alge, die gesundheitsfördernde Wirkung der Spirulina ist nicht zu unterschätzen.

In letzter Zeit ist die Spirulina Platensis als Superfood entdeckt worden und reiht sich damit unter Chia Samen, Leinsamen, Goji Beeren & Co. ein. Ganz neu ist diese Einsicht nicht – schon die Azteken haben Spirulina zum Verzehr genutzt und in Teilen Afrikas steht die Mikroalge schon seit Jahrhunderten auf dem Speisezettel. Das Potenzial der Spirulina für Ernährung und Gesundheit wird so hoch eingeschätzt, dass die Vereinten Nationen in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ein eigenes Institut gegründet haben. Die „Intergovernmental Institution for the Use of Micro-Algae Spirulina Against Malnutrition” (IIMSAM) erforscht die Nutzung der Spirulina bei der Bekämpfung der Unterernährung in der Welt.

Warum ist Spirulina gesund?

Die Mikroalge besteht zu mehr als 60 Prozent aus Proteinen. Damit schlägt Spirulina als Proteinlieferant Proteinquellen wie beispielsweise Hühnerfleisch um Längen. Zudem sind in den Proteinen allen essentiellen Aminosäuren enthalten. Außerdem sind Beta-Karotin – eine Vorstufe des Vitamin A  –  B-Vitamine und Vitamin E sowie in hohen Konzentrationen Calcium, Eisen und Magnesium in der Mikroalge enthalten. Somit eignen sie sich ausgezeichnet, Vitaminmangel vorzubeugen.

Bild einer Aquakultur mit Spirulina
Spirulina kann in Aquakulturen gezüchtet werden. (©istockphotocom_corridor91)

Spirulina kommen in stark alkalischen Salzseen, aber auch in Süßwasserseen vor allem in Mittelamerika, Südostasien, Afrika und Australien vor. Spirulina-Biomasse kann aber auch ohne Weiteres in offenen und geschlossenen Aquakulturen gewonnen werden. Beim Einsatz der Mikroalge bei Bekämpfung der Unterernährung fällt ins Gewicht, dass diese Form der Proteinquelle unter anderem kein fruchtbares Land und wenig Wasser bei der Produktion erfordert. So kann das Wasser der Aquakulturen „nach der Ernte“ der Biomasse ohne Weiteres für die nächste Charge recycelt werden.

Wie sieht die positive Wirkung von Spirulina aus?

Wer sich ausgewogen ernährt und einen aktiven Lebensstil pflegt, kommt in der Regel ohne Nahrungsergänzungsmittel aus. Leider haben in der heutigen, schnellen Zeit die wenigsten Menschen die Gelegenheit, jeden Tag die empfohlenen Portionen Obst und Gemüse zu essen oder sich bewusst zu ernähren. Auch für vegetarisch oder vegan lebende Menschen sind Nahrungsergänzungsmittel eine probate Alternative, wenn der Arbeits- oder Lebensalltag einer vollwertigen Ernährung an jedem Tag der Woche entgegensteht.

Die Nährstoffzusammensetzung der Spirulina und die hohe Bioverfügbarkeit der einzelnen Nähr- und Vitalstoffe machen die Mikroalge zu einem Superfood, das bei längerer Einnahme die Selbstregulationsmechanismen des Körpers ankurbelt und das Allgemeinbefinden steigert. Den Nähr- und Vitalstoffen der Spirulina werden aber auch andere Wirkungen nachgesagt. So wirkt Spirulina vermutlich

  • entzündungshemmend
  • antioxidativ
  • blutzuckersenkend
  • cholesterinsenkend
  • stimmungsaufhellend
  • antiallergisch
  • entgiftend

Für eine abschließende Bewertung der Wirkung von Spirulina liegen nicht genügend relevante Studien vor. Das gilt auch für die anti-karzinogene Wirkung der Mikroalge. Wie alle grünen Gemüse enthält Spirulina besonders viel Chlorophyll. Nähere Informationen zu den Eigenschaften von Chlorophyll finden Sie online beim Zentrum der Gesundheit. Nach Studien blockiert Chlorophyll Enyzmkomplexe, die Zellveränderungen auslösen und zu unkontrolliertem Zellwachstum bzw. Krebs führen.

Worauf sollte ich bei einem Spirulina-Präparat achten?

Bild von Spirulina-Tabletten und Spirulina-Pulver. Die Wirkung ist die gleiche.
Spirulina ist im Handel in Tablettenform oder als Pulver erhältlich. (©istockphotocom_egal)

Nebenwirkungen der Einnahme von Spirulina sind nicht bekannt. Bitte beachten Sie aber, dass manchen Präparaten Biokomponenten beigefügt sein können, die bei einer Empfindlichkeit oder Unverträglichkeit allergische Reaktionen hervorrufen kann. Achten Sie auf jeden Fall immer auf die Inhaltsstoffe des Präparats.

Im Handel sind neben Spirulina-Produkten auch Chlorella-Produkte erhältlich. Chlorella ist ebenfalls eine Mikroalge, allerdings aus der Gattung der Süßwasseralgen. Ihre Nährstoffdichte reicht nicht an die der Spirulina heran. Chlorella wird in der Alternativmedizin häufig als Mittel zur Schwermittelausleitung, zum Beispiel nach einer Amalgam-Entfernung eingesetzt.