Zimt: Die Wirkung der edlen Baumrinde

Im alten Ägypten wurde es zur Einbalsamierung verwendet und schon König Nero ließ große Feuer mit der edlen Rinde in den Straßen von Rom entzünden – Zimt ist eins der ältesten bekannten Gewürze. Ursprünglich wurde die Baumrinde als Heilmittel eingesetzt. So wird die positive medizinische Wirkung von Zimt schon bei Herodot und Hippokrates im antiken Griechenland erwähnt.

Lange Zeit lag das Geheimnis um die wohlduftende und wohlschmeckende Rinde bei den arabischen Händlern. Die Verwendung des Gewürzes war vorwiegend den reichen Häusern vorbehalten. Mit der Besetzung von Ceylon – dem heutigen Sri Lanka – durch die Portugiesen im 16. Jahrhundert fiel das „Monopol“ der arabischen Händler an die Kolonialmacht und das Gewürz wurde in Europa „offen“ gehandelt. Zimt war so wertvoll, dass ein eigenes Wertmaß – die „Ekelle“ – eingeführt wurde.

Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt

Zimt wird aus Zimtstangen gewonnen. Die Wirkung von Zimt ist unbestritten.
Zimt ist eins der ältesten Gewürze und wurde zuerst medizinisch eingesetzt. (©istockphotocom_Magone)

Heute unterscheidet man den „echten“, hochwertigen Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) und die weniger hochwertigen, aber heute mengenmäßig überlegenen Zimtkassien (Cinnamomum Cassia). Zu dieser gehören unter anderem der chinesische Cassiazimt (Cinnamomum Cassia), der billige indonesische Zimt (Cinnamomum burmannii) und der vietnamesische Zimt (Cinnamomum loureiroi).

Zimt – gemahlen oder als Zimtstange – besteht aus der Rinde des immergrünen Zimtbaums. Während dem gemahlenen Zimt nicht unbedingt die Herkunft anzusehen ist, sieht es bei Zimtstangen schon anders aus: Die edlen Ceylon-Zimtstangen bestehen aus mehreren ineinandergeschobenen, dünnen Stücken der Innenrinde der Zimtbaum-Sprösslinge. Sie ähneln Zigarren. Im Gegensatz dazu besteht eine Cassia-Zimtstange aus einem einzelnen Stück eingerollter, dicker Rinde des ausgewachsenen Zimtbaums. Der Geschmack von Ceylon-Zimt ist feiner als der von Cassia-Zimt. Letzterer eignet sich mit seinem würzigen und leicht bitteren Geschmack allerdings besser für das Backen leckerer Zimtsterne oder Lebkuchen.

Sind die Eigenschaften von Zimt gesund?

Zimt werden viele positive Eigenschaften nachgesagt. Wie bei vielen pflanzlichen Heilmitteln stehen verbindliche Studien in vielen Bereichen allerdings noch aus. Zimtrinde und Zimtöl wirken vermutlich:

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • stimmungsaufhellend
  • blutzuckersenkend

Durch die antibakteriellen Eigenschaften kann Zimt so das Immunsystem stärken. In der chinesischen Medizin firmiert die Baumrinde als wärmend. Nach dieser Lehre kurbelt das Gewürz den Stoffwechsel und die Verdauung an. Im Ayurveda hat Zimt einen hohen Stellenwert. Das Gewürz wird in der Ernährung, aber auch bei bestimmten Störungen (zum Beispiel Wechseljahresbeschwerden) eingesetzt.

In der westlichen Hemisphäre ist Zimt seit längerer Zeit als pflanzliches Heilmittel zur Senkung des Insulinspiegels und als Unterstützung bei der Reduzierung von Übergewicht im Gespräch. Von einer Einnahme von Zimtpräparaten ohne vorherige Absprache mit Ihrem Arzt sollten Sie allerdings eher Abstand nehmen. Zum einen steigt mit der blutzuckersenkenden Wirkung von Zimt das Risiko einer Unterzuckerung und zum anderen enthält besonders der Cassia-Zimt Cumarin – ein Wirkstoff, der bei übermäßigem Verzehr gesundheitsschädlich ist.

Wie viele Zimtsterne kann ich essen?

Bild von Zimtbäumen mit geschälter Rinde, aus der Zimtstangen gewonnen werden.
Die aromatischen Zimtstangen bestehen aus der Rinde des Zimtbaums oder seiner Sprösslinge. (©istockphotocom_helovi)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat als tolerierte Tagesdosis für die Einnahme von Cumarin mit 0.1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht bestimmt. Das Amt weist allerdings darauf hin, dass die Überschreitung der Tagesdosis nur möglich ist, wenn täglich große Mengen an zimthaltigen Lebensmitteln verzehrt werden. Bei Kleinkindern mit einem Körpergewicht von 15 Kilogramm wäre die Tagesdosis mit 6 Zimtsternen oder 100 Gramm Lebkuchen erschöpft.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie in der Küche ausschließlich den hochwertigen Ceylon-Zimt nutzen. Er enthält verschwindend geringe Mengen Cumarin, während der weniger hochwertige, aber kostengünstige Cassia-Zimt sehr viel mehr Cumarin enthält. Ceylon-Zimt erhalten Sie beispielsweise in Apotheken, in Reformhäusern und in Bioläden. Verwenden Sie am besten diesen Zimt für Ihre Tees, Ihre Backwaren, Ihre Fleisch- oder Reisgerichte. Dann können Sie den leckeren, wärmenden und würzigen Geschmack unbeschwert genießen.

TIPP: Bitte beachten Sie, dass Cumarin auch über die Haut aufgenommen werden kann. Zimthaltige Fußsohlen helfen sehr gut gegen Fußschweiß, können aber bei einer vorliegenden Überempfindlichkeit unter Umständen zu Kopfschmerzen führen.

Rezepte mit Zimt

Arme Ritter

Zutaten

Eier

Milch

Zucker

Prise Salz

Zimt

Verquirlen Sie in einer Schüssel Eier, Milch, Zucker und eine Prise Salz. Tauchen Sie Weißbrot oder Toastbrot in die Eiermilch, nehmen Sie die Scheiben wieder heraus und braten Sie sie in einer heißen Pfanne mit Butter von beiden Seiten goldbraun. Bestreuen Sie die Brotscheiben mit Zimt und Zucker und servieren Sie sie heiß.

Zimt-Haferbrei

Zutaten

40 Gramm kernige Haferflocken

180 ml Milch

¼ Teelöffel gemahlener Zimt

n. B. Agavendicksaft
n.B. Bananen

Setzen Sie die Haferflocken mit der Milch und dem Zimt in einem kleinen Topf auf und lassen Sie sie 8–10 Minuten köcheln, bis der Brei eine für Sie angenehme Konsistenz hat. Fügen Sie nach Bedarf Agavendicksaft oder einen anderen Süßstoff zu. Servieren Sie den Haferbrei mit einer zerdrückten oder geschnittenen Banane.

Guten Appetit!